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Kernenergie - Tschernobyl

Folgende Artikel und Fragen (FAQ) haben wir zum Thema "Kernenergie - Tschernobyl" veröffentlicht.

Ferner finden Sie:

Beiträge eigener Autoren

Joachim Grawe
Prof. Dr. J. Grawe

Was wissen wir heute über die Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl vor 20 Jahren?

Am 26. April 1986 zerriss eine durch grobe Fahrlässigkeit der Bedienungsmannschaft herbeigeführte Leistungsexkursion den Block IV des sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl (Ukraine). […] Ein derartiger Unfall kann zwar in westlichen Leichtwasserreaktor-Kernkraftwerken nicht passieren. Dennoch ist das Studium der Auswirkungen von Tschernobyl wichtig. Die Ergebnisse erweitern die auf den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki beruhenden Kenntnisse über die Wirkung größerer Strahlenbelastungen der Bevölkerung. … mehr

Karlheinz Orth
K. Orth

Ist ein Reaktorunfall wie in Tschernobyl auch in Deutschland möglich?

Antwort: Nein! In der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 ereignete sich im Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl (in der Nähe von Kiew in der Ukraine) ein schwerer Unfall. Zum Zeitpunkt des Unfalls wurde nicht wie normal Strom erzeugt, sondern ein Experiment vorbereitet. Dies geschah in völlig ungenügender Weise. Die Betriebsmannschaft war an der Versuchsvorbereitung kaum beteiligt und insgesamt unzureichend informiert. Wichtige Sicherheitsvorschriften wurden missachtet. Es kam zu Betriebszuständen, die nach den Vorschriften nicht zulässig waren. … mehr

Karlheinz Orth
K. Orth

Welche Folgen hatte der Reaktorunfall von Tschernobyl 1986?

Bei dem Unfall wurden verhältnismässig grosse Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt und europaweit verbreitet (etwa 1/1000 der Mengen durch Atombombenversuche). 3 Menschen starben bei dem Unfall sofort, 28 weitere stark Bestrahlte in den ersten 3 Monaten und 14 weitere aus unterschiedlichen Ursachen innerhalb von 10 Jahren.
Gravierender sind die längerfristigen Wirkungen für Teile der Ukraine und Weissrusslands … mehr

Eike Roth
Dr. E. Roth

Tschernobyl: Die IAEA spricht von 56, Greenpeace von 93000 Todesopfern. Wer hat Recht?

Der 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katstrophe hat zu vielfachen Diskussionen geführt. Herr Dr. Roth ist von einem Bekannten aus seinem privaten Umfeld um Aufklärung gebeten worden, wie denn die stark schwankenden Angaben über die gesundheitlichen Folgen des Unglücks zu bewerten sind und welche denn richtig wären. Die Antwort finden wir so interessant, dass wir sie hier mit Zustimmung des Herrn Dr. Roth veröffentlichen wollen. … mehr (pdf, 1,6 MB)

Karlheinz Orth
K. Orth

Sind die deutschen Kernkraftwerke sicher?

Antwort: Ja! Die ausgezeichneten Betriebserfahrungen mit den deutschen Kernkraftwerken sind ein wichtiges Indiz für das erreichte hohe Sicherheitsniveau. Ein weiteres Indiz ist, dass der politisch erzwungene "Ausstieg" aus der Nutzung der Kernenergie in Deutschland nicht auf Gefährdungen und Sicherheitsmängel abgestützt, sondern nur "im Konsens" mit den Eigentümern und Betreibern dieser Anlagen herbeigeführt werden konnte mit dem Ergebnis, dass die meisten Kernkraftwerke mit Zustimmung der Bundesregierung noch viele Jahre in Betrieb bleiben werden. … mehr

Lindauer
Dr. E. Lindauer

Welche Bedeutung haben Betriebsstörungen und Störfälle in Kernkraftwerken? (Meldepflichtige Ereignisse)

Jedes Kernkraftwerk (und ebenso jede andere kerntechnische Anlage) muss einen Sicherheitsbeauftragten haben. Dieser verantwortet u. a. die gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungen und die Meldungen von Ereignissen, die vom „Normalbetrieb“ abweichen, an die zuständigen Behörden. Solche Meldungen müssen unabhängig vom Gewicht der Abweichung zügig erstattet werden. Die Eilbedürftigkeit der Meldung wird in der Skala der deutschen Aufsichtsbehörden nach der (abnehmenden) Schwere der Ereignisse nach S, E und N klassifiziert mit Meldefristen zwischen sofort für S und 5 Tagen für N. … mehr

Burgherr

Dr. P. Burgherr
Burgherr

Dr. S. Hirschberg

In welchem Umfang sind im Energiebereich während der letzten 30 Jahre schwere Unfälle aufgetreten?

Eines der Kriterien für die Nachhaltigkeit von Energiesystemen ist die Risikoarmut. Sie kann anhand des Auftretens schwerer Unfälle in der Vergangenheit oder, soweit das nicht möglich ist, anhand von Modellrechnungen bemessen werden. Als „schwere Unfälle“ gelten solche, bei denen mindestens eine der folgenden Konsequenzen zu verzeichnen war: 5 Todesfälle – 10 Verletzte – 200 Evakuierte – umfassendes regionales Verbot zum Verzehr von Lebensmitteln – Freisetzung von mehr als 10.000 t Kohlenwasserstoffen – erforderliche Reinigung einer Land- oder Wasserfläche von mindestens 25 km2 – ökonomische Schäden von mindestens 5 Millionen US-Dollar. … mehr

Dr. R. Krieg
Dr. R. Krieg

Wie kann man Unfallrisiken bei der Energieerzeugung quantifizieren ? Was sind die dabei auftretenden Probleme?

All unser Handeln – auch unser Nichthandeln – ist mit Risiken verbunden. Wir können diese Risiken durch Sicherheitsvorkehrungen zwar reduzieren, aber niemals ganz eliminieren. Deshalb sind die trotz aller Bemühungen noch verbleibenden Restrisiken etwas ganz Selbstverständliches. Viele von uns haben diese grundlegende Erkenntnis verdrängt. Nur gelegentlich, wenn sich beispielsweise ein schlimmer Unfall ereignet, wird uns die Unvermeidbarkeit von Restrisiken wieder bewusst. …  mehr

Allgemein interessierende Antworten auf Fragen von Lesern

Klaus Theißing
Klaus Theißing

Werden seit „Tschernobyl“ keine neuen Kernkraftwerke (AKW) mehr gebaut?

Wo bekommt man Informationen über die Nutzung der Kernenergie im Ausland und die dort befindlichen Neubauprojekte und Planungen?

Die Energie-Fakten.de erhalten immer wieder Anfragen zu dem Themenkreis „Planung und Bau neuer Kernkraftwerke im Ausland“ und besonders zu den Daten und Fakten zu Projekten dort. Daher haben sich die Energie-Fakten entschlossen den Lesern der Webseite einige Links und Hinweise zusammenzustellen. … mehr

Joachim Grawe
Prof. Dr. J. Grawe

Sind die deutschen Kernkraftwerke gegen Flugzeugabsturz gesichert?

Die deutschen Kernkraftwerke sind gegen „Einwirkungen von außen" ausgelegt. Mit Ausnahme der Ältesten gelten für alle von ihnen die verschärften Anforderungen zur Sicherung gegen Flugzeugabstürze („Lastannahmen") von 1973. Diese gehen deutlich über das international Übliche hinaus. … mehr

Joachim Grawe
Prof. Dr. J. Grawe

Wieviel gibt der Betreiber eines Kernkraftwerks jährlich für die Entsorgung aus?

Ein großes Kernkraftwerk (also nicht das kleine Kraftwerk Stade) erzeugt im Jahr durchschnittlich 11 (elf) Milliarden Kilowattstunden Strom. Dabei entstehen (einschließlich Verpackung) rd. 60 Kubikmeter hochaktiver Abfall. Das entspricht dem Inhalt (Volumen) eines Würfels von knapp 4 (vier) Meter Kantenlänge. Dazu kommen mittel- und leichtaktiven Abfälle, die keine Wärme abstrahlen und entsprechend unproblematisch sind, z. B. verbrauchte Filter, Waschwasser und Ähnliches. Die Kosten beziffert der Autor am Ende des Textes. … mehr

Joachim Grawe
Prof. Dr. J. Grawe

Wer trägt die Kosten für den Abriss der Kernkraftwerke?

Diese Kosten tragen grundsätzlich die Kraftwerksbetreiber und damit die Stromverbraucher über die Strompreise. … mehr

Joachim Grawe
Prof. Dr. J. Grawe

Sind die deutschen Kernkraftwerke gegen Flugzeugabsturz gesichert?

Die deutschen Kernkraftwerke sind gegen „Einwirkungen von außen" ausgelegt. Mit Ausnahme der Ältesten gelten für alle von ihnen die verschärften Anforderungen zur Sicherung gegen Flugzeugabstürze („Lastannahmen") von 1973. Diese gehen deutlich über das international Übliche hinaus. … mehr

Aussagen anderer Fachleute

 

Tschernobyl 20 Jahre nach dem Unfall: Strahlenexposition und gesundheitliche Auswirkungen (pdf, 68 kB) Bericht des VDEW Sonderausschusses "Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz"

Hintergrundmaterial

 

Tschernobyl: das wirkliche Ausmass des Unfalls
20 Jahre danach gibt ein Bericht von Fachorganisationen der Vereinten Nationen endgültige Antworten und schlägt Mittel zur Normalisierung der Lebensverhältnisse vor. (pdf, 175 kB)

Chernobyl’s Legacy: Health, Environmental and Socio-Economic Impacts and Recommendations to the Governments of Belarus, the Russian Federation and Ukraine - The Chernobyl Forum: 2003–2005 Second revised version

ILK-Stellungnahme zu den Auswirkungen des Unfalls von Tschernobyl – Eine Bestandsaufnahme nach 20 Jahren (pdf, 333 kB)

Tschernobyl 20 Jahre nach dem Unfall: Strahlenexposition und gesundheitliche Auswirkungen (pdf, 68 kB) Bericht des VDEW Sonderausschusses "Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz"

Chernobyl Assessment of Radiological and Health Impacts 2002 Update of Chernobyl: Ten Years On (pdf, rd. 1 MB), eine Studie der NEA/OECD

Environmental Consequences of the Chernobyl Accident and Their Remediation: Twenty Years of Experience (pdf, 6,2 MB, Link zur IAEO)

Zur Sicherheits- und Umweltphilosophie energietechnischer Anlagen (pdf, 150 kB)

Hintergrundmaterial zur Flugzeugabsturzsicherheit von Kernkraftwerken (pdf, 750 kB)

Analyse der energiewirtschaftlichen Situation 2005 in Deutschland (pdf, 215 kB )

Memorandum deutscher Wissenschaftler zum geplanten Kernenergieausstieg (pdf, 30 kB)

Realitäten annehmen … ehrliche Fragen stellen! (pdf, 32 kB) Diskussionspapier, für eine Debatte über eine zukunftsfähige Energiepolitik in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Link zur SPD)