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Veröffentlicht: Oktober 2001

Wie erzeugt man am Besten heutzutage Strom?

Von Eike Roth
(
Eike.Roth@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungEike Roth

Zur Beantwortung muss zunächst die Frage verdeutlicht werden: Mit „am Besten“ kann – unter anderem – gemeint sein:

  1. hinsichtlich möglichst geringer Kosten (am Billigsten)
  2. hinsichtlich möglichst geringer Risiken und schädlicher Umweltauswirkungen (am Sichersten)
  3. hinsichtlich möglichst geringem Verbrauch begrenzter Ressourcen (am Meisten) und
  4. hinsichtlich möglichst wenig öffentlicher Widerstände (am Bequemsten).

Außerdem wollen wir die Frage in jedem Fall auf große Mengen Stroms bezogen verstehen.

Dann ist die Beantwortung relativ einfach:

Zu 1., am Billigsten: Bei bestehenden Kraftwerken, bei denen es diesbezüglich nur auf die Betriebskosten ankommt, in (großen) Wasserkraftwerken oder in Kernkraftwerken. Bei neu zu bauenden Kraftwerken, bei denen die Vollkosten zu berücksichtigen sind, in Kernkraftwerken, da bei den fossilen Energieträgern (Kohle, Öl und Gas) infolge Verknappung mit deutlich steigenden Preisen zu rechnen ist.

Zu 2., am Sichersten: In Kernkraftwerken, weil deren Risiko sehr viel kleiner ist als das Klimarisiko der fossilen Kraftwerke, das durch deren unvermeidbare CO2-Produktion ausgelöst wird (das "sehr viel kleiner" gilt für beide Komponenten des Risikos, die Schadenswahrscheinlichkeit und das Schadensausmaß im Eintrittsfalle: Bei der Wahrscheinlichkeit steht der sehr geringen Unfallwahrscheinlichkeit von Kernkraftwerken eine zwangsweise Folge des Normalbetriebes der fossilen Kraftwerke gegenüber, jedenfalls sofern die weitüberwiegende Mehrzahl der Klimaexperten Recht hat, und beim Schadensausmaß sind die möglichen Folgen weltweiter Klimaänderungen um ein Vielfaches größer als die schlimmstmöglichen Folgen eines Kernkraftwerkunfalls).

Zu 3., am Meisten: In Kernkraftwerken, weil die Vorräte an Kernbrennstoff (Uran und Thorium) sehr viel größer sind als die der fossilen Primärenergieträger (die außerdem wertvolle Rohstoffe für Chemie und Pharmaindustrie und eigentlich zum Verbrennen viel zu schade sind).

Zu 4., am Bequemsten: In Gaskraftwerken, weil diese von den fossilen Energieformen am saubersten sind und die Kernenergie – entgegen den realen Sachverhalten – in der veröffentlichten Meinung besonders schlecht wegkommt.

Zu erklären ist noch, warum Strom aus Sonnen- und Windenergie in den Antworten gar nicht auftaucht: Weil er nicht in hinreichend großen Mengen zur Verfügung steht.

Um zur Langfassung zu kommen, klicken Sie hier (pdf, rd. 35 kB).

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 90 kB). Diese Antwort entstand auf eine Frage eines Lesers im Oktober 2001.

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Literatur:

  • "Sonnenenergie: Was sie bringt - Was sie kostet", von Eike Roth
    Friedmann Verlag München, 1999, ISBN 3-933431-05-0
  • "Globale Umweltprobleme - Ursachen und Lösungsansätze" von Eike Roth
    Friedmann Verlag München 2004, ISBN -933431-31-X

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