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Veröffentlicht 4. März 2010

Wie verändert die globale Finanz- und Wirtschaftskrise das Bild von der Kernenergie als „Brückentechnologie“?

Von Dieter Herrmann
(
Dieter.Herrmann@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungD. Herrmann

Eine Brücke muss sicher von einem zum anderen Ufer führen! Doch, wie die Brücke hierfür konstruiert sein muss, hängt ganz entscheidend von der Beschaffenheit und Entfernung des anderen Ufers ab, sowie vom Verkehr, der über sie rollen soll. Das gilt im übertragenen Sinne auch für die Kernenergie als „Brückentechnologie“. Dabei entspricht dem „Verkehrsaufkommen“ der globale Energiebedarf und dem „anderen Ufer“ eine nachhaltige Primärenergiebasis. Nachhaltig heißt, sie muss im Unterschied zu den heute dominierenden fossilen Brennstoffen nicht nur quasi unerschöpflich, sondern ihre Nutzung muss auch entsprechend technisch machbar, wirtschaftlich konkurrenzfähig sowie hinreichend sicher und umweltneutral sein. In dem Maße, wie die Vorstellungen von dem „anderen Ufer“ konkreter werden, wird sich notwendigerweise auch das Bild von der hierfür erforderlichen „Brücke“ verändern.

Um die Jahrtausendwende schienen wesentliche Voraussetzungen für einen raschen direkten Übergang zu erneuerbaren Energien durch fortgeschrittene Industrieländer gegeben zu sein. Hierzu gehörten vor allem die „Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energiebedarf“, Erfolge beim Nutzbarmachen der Windkraft und weitere Faktoren. Von Deutschland wurde eine Vorreiterrolle bei dieser „Energiewende“ angestrebt. Hierfür wurden im Jahr 2000 u. a. das Erneuerbare-Energien-Gesetz und der sogenannte Atomkonsens auf den Weg gebracht, der durch Laufzeitverkürzung und Neubauverbot von Kernkraftwerken jedes Ausweichen auf Kernenergie verhindern sollte. Die folgende globale Entwicklung war aber wenig angetan, andere Länder dem deutschen Beispiel folgen zu lassen. Vor allem die ab 2004 deutlich steigenden Weltmarktpreise für Rohstoffe und Energie, bedingt durch eine stark wachsende Nachfrage großer Schwellenländer, nährten Zweifel an dieser Strategie. Statt dessen machte international das Wort von einer Renaissance der Kernenergie die Runde. Und auch in Deutschland mehrten sich die Stimmen für eine „Laufzeitverlängerung“ der Kernkraftwerke als „Brückentechnologie“, um Zeit und Geld für den weiteren Übergang zu gewinnen.

Inzwischen wird durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise allerdings immer deutlicher, dass es keine nachhaltige Entwicklung und Energieversorgung für lediglich einzelne Länder oder Regionen gibt. Gemeinsame Fortschritte von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sind aber nur möglich, wenn dabei der immense Nachholbedarf letzterer zielstrebig abgebaut wird. Hierfür geeignete „Brückentechnologien“ müssen nicht nur die damit verbundene Vervielfachung des globalen Energiebedarfs decken, sondern auch höchst unterschiedlichen Ausgangsbedingungen gerecht werden können. Das erfordert einen intelligenten Mix von fossilen Brennstoffen, einem breiten Spektrum erneuerbarer Energien sowie Kernenergie, der ständig den sich wandelnden Anforderungen angepasst wird. Zugleich werden damit die Fundamente für eine künftig nachhaltige globale Energieversorgung auf Basis einer grundlegend weiterentwickelten Fotovoltaik und von Kernfusion gelegt.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung entnehmen.

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