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Energie-Fakten -> Allgemein interessierende Antworten auf Fragen von Lesern -> Ist E10 nun ein Beitrag zum Klimaschutz oder nicht? |
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Antwort Angesichts widersprüchlicher Bewertungen durch Experten haben mehrere unserer Leser nach den Fakten gefragt, hier sind sie: Mit der 10. Verordnung über die Beschaffenheit … von … Kraftstoffen zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, die am 14.12.2010 in Kraft trat, wurde die Beimischungsgrenze für Ethanol im Benzin von 5 % auf 10 % erhöht. Der neue Kraftstoff E 10 ist seit einigen Wochen an den Tankstellen verfügbar, wird jedoch nur von wenigen Autofahreren angenommen. Soweit dies aus Sorge um die Verträglichkeit mit dem eigenen Auto erfolgt, müssen wir auf die Hersteller verweisen. [Links: siehe unten] Aber auch der Umwelt-Vorteil ist umstritten. Das liegt daran, dass es keine genauen Öko- oder Energiebilanzen zu E10 gibt. Es kann sie auch nicht geben, weil die Energieeffizienz der Biomasse, die ja nur einen geringen Energieinhalt pro Masse bzw. Volumen aufweist, sehr stark von den individuellen Bedingungen abhängt, unter denen sie produziert, transportiert und verarbeitet wird. In ungünstigen Fällen, etwa bei Rapsöl, kann die Energiebilanz negativ werden, dann würden also in die Produktion mehr fossile Energien investiert als das Produkt nachher ersetzen könnte. Unter normalen Marktbedingungen kann so etwas natürlich nicht passieren, weil das Produkt dann unwirtschaftlich würde. Hier haben wir es aber mit dem Agrarsektor zu tun, der hoch subventioniert wird, weshalb die Kosten auch kein realistisches Bild über die Effizienz abgeben. Deshalb hat die Bundesregierung 2009 die „Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen“ erlassen, nach der die Erzeuger nachweisen müssen, dass ihr Bioethanol ein Treibhausgas-Minderungspotential von mindestens 35 % aufweist. Für E 10 ergibt sich daraus eine CO2-Ersparnis von mindestens 3,5 %, die allerdings noch gemindert wird durch den Mehrverbrauch von ca. 1,5 %, den die Beimengung verursacht. Da dieser zu 90 % auf normales Benzin entfällt, reduziert sich die Einsparung, die man garantieren kann, auf rund 2 %. Im Mittel mag der Wert etwas höher liegen. Lohnt sich der ganze Aufwand für so wenig Ertrag? Oder müssen wir froh sein über jeden noch so kleinen Beitrag zum Klimaschutz? In jedem Fall ist E10 aber mit weiteren Nachteilen verbunden:
Die Entwicklung des Biosprits der 2. Generation ist weit fortgeschritten; zur Zeit wird die Technologie in großen Versuchsanlagen erprobt. Das modernste Beispiel dafür ist BIOLIQ, das im Karlsruher Institut für Technologie entwickelt wird. Es hat bezogen auf das jetzt beigemengte Bio-Ethanol drei entscheidende Vorteile:
Mit einem Brennstoff, der nicht aus Nahrungsmitteln gewonnen wird und der statt Mehrverbrauch zu verursachen effizientere Motoren ermöglicht, wäre die Markteinführung von Bio-Sprit sicher besser angelaufen als mit E 10. Siehe auch:
Eine Langfassung diese Textes ist nicht geplant. |
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