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Die Erdgasversorgung

Wie entwickelt sie sich in Zukunft?

Von Martin Dehli
(
Martin.Dehli@energie-fakten.de, Lebenslauf Link zur Hochschule Esslingen)

KurzfassungDehli

Im Winter 2008/2009 kam es zum „Gasstreit“ zwischen Russland und der Ukraine, der zeitweilig eine Verringerung von Erdgaslieferungen nach Europa zur Folge hatte. Viele Bürger fragen sich deshalb, wie sicher die Erdgasversorgung in Deutschland und Europa ist.

Inzwischen ist Erdgas mit einem Anteil von etwa 24 % am Welt-Primärenergieverbrauch nach Erdöl und Kohle der drittwichtigste Primärenergieträger. In absehbarer Zeit wird der Anteil von Erdgas am Welt-Energieverbrauch weiter zunehmen. In Deutschland trug Erdgas im Jahr 2008 zu rund 22 % zum Primärenergieverbrauch bei.

Weltweit gibt es vier große Erdgasmärkte: der europäische, der nordamerikanische, der asiatische sowie der – kleinere – südamerikanische Markt. Der Welt-Erdgasverbrauch lag im Jahr 2007 bei 3400 Milliarden Normkubikmetern (entsprechend der Energie von 2,6 Milliarden Tonnen Rohöl). Größte Erdgasverbraucher waren mit Abstand die USA und Russland, gefolgt von Iran, Kanada, Japan, Großbritannien, Deutschland, Italien, Saudi-Arabien und China. Angesichts des Markterfolgs von Erdgas wächst allerdings die Sorge, ob nicht auch Erdgas – wie Öl – längerfristig knapp werden könnte; außerdem gibt es Befürchtungen, ob sich die Erdgas verbrauchenden Länder nicht bereits von den Erdgaslieferländern zu sehr abhängig gemacht haben könnten.

Ein Vergleich der weltweiten Reserven – also der heute nachgewiesenen, technisch und wirtschaftlich gewinnbaren Mengen – an Öl und Erdgas zeigt, dass, gemessen am heutigen Verbrauch, Erdgas noch erheblich länger als Öl zur Verfügung steht. Betrachtet man auch die Ressourcen – also die zusätzlichen nachgewiesenen bzw. vermuteten, technisch und/oder wirtschaftlich noch nicht gewinnbaren Mengen – dann fällt der Vergleich noch deutlicher zugunsten des Erdgases aus. Das weltweite Gesamtpotenzial an konventionellem Erdgas wird auf etwa 461000 Milliarden Normkubikmeter geschätzt; dies entspricht umgerechnet knapp 350 Milliarden Tonnen Rohöl.

Staaten wie z. B. Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Italien und Großbritannien werden mehr und mehr auf Erdgasimporte angewiesen sein.

Die weltweite Situation der Erdgasversorgung lässt folgende Schlüsse zu:

  • Die nachgewiesenen Welt-Erdgasreserven würden bei gleichbleibender Förderung bis über die Mitte dieses Jahrhunderts hinaus reichen.
  • Der Aufbau neuer Kapazitäten für die Förderung und den Transport benötigt hohe Finanzmittel. Erdgas wird also in Zukunft keine „Billig-Energie“ sein können.

In der Langfassung dieses Artikels (pdf, rd. 50 kB) wird u.a. detaillierter auf die deutsche Erdgasversorgung, auf Erdgasimporte über Ferntransportleitungen sowie über Flüssigerdgas(LNG)-Tanker, Speicherkapazitäten sowie die Versorgungssicherheit eingegangen.  

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 50 kB). Dieser Beitrag wurde am 5. Mai 2009 veröffentlicht.

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