Energie-Fakten -> Archiv -> Beiträge eigener Autoren -> Klima nach Kopenhagen – Wie geht es weiter?
Veröffentlicht: 4. Februar 2010

Klima nach Kopenhagen – Wie geht es weiter?

Autor: Eike Roth
(
Eike.Roth@energie-fakten.de, Lebenslauf)

KurzfassungRoth

Vom 7. bis 18. Dezember 2009 fand in Kopenhagen die lange erwartete Welt-Klimakonferenz der UNO statt. Sie sollte ein weltweit verbindliches Abkommen zur Vermeidung drohender Klimagefahren beschließen, als dringend benötigte Fortentwicklung des Kyoto-Protokolls, das 2012 ausläuft und nur unzureichende und nur für einen Teil der Welt verbindliche Vorschriften zum Klimaschutz enthält. Die Delegierten aus 192 Ländern konnten sich jedoch nicht auf konkrete Maßnahmen einigen, auch nicht darauf, weiterhin ein völkerrechtlich bindendes Vertragswerk anzustreben. Das drei Seiten starke Abschlussdokument definiert als übergeordnetes Ziel, die Temperatur nicht um mehr als 2° C ansteigen zu lassen und enthält darüber hinaus außer einigen Geldzusagen für die ärmsten Länder keine Maßnahmen, keine Grenzwerte, keine Verpflichtungen, keine Sanktionen. Es wurde nicht zur Abstimmung vorgelegt, sondern nur „zur Kenntnis genommen“.

Das internationale Echo auf dieses Ergebnis der Konferenz ist ebenso unterschiedlich, wie die Positionen zum Klimaschutz in verschiedenen Teilen der Welt. In Deutschland, das sich als internationaler Vorreiter des Klimaschutzes versteht, wurde das Ergebnis überwiegend als Scheitern bewertet. Allerdings wiesen Wissenschaftler auch darauf hin, dass die Verständigung auf das übergeordnete Ziel, die Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, einen Fortschritt darstelle, der für künftige internationale Übereinkommen voraussichtlich eine unverrückbare Grundlage sein werde.

Nach Meinung des Autors sind aus Vorbereitung, Verlauf und Ergebnis der Kopenhagen-Konferenz vor allem drei Erkenntnisse abzuleiten:

  1. UNO-Konferenzen erfordern Einstimmigkeit. Eine solche ist bei 192 Ländern mit stark unterschiedlichen Interessen nur schwer zu erreichen.
  2. Solange niemand genau sagen kann, welcher Weg zum angestrebten Klimaschutzziel wie viel Geld kostet, sind alle Entscheidungen schwierig, mitten in einer Finanzkrise sogar besonders schwierig.
  3. Die Zweifel am dominierenden anthropogenen (vom Menschen verursachten) Einfluss auf das Klima sind eher gewachsen. 10 Jahre Erwärmungsstopp sowie Manipulationsvorwürfe gegen einige führende Klimawissenschaftler fordern dringende Aufklärung. Bevor die geleistet ist, sind weitreichende Beschlüsse fraglich.

In der Langfassung werden zu den einzelnen Punkten nähere Ausführungen gemacht und es wird das Dilemma aufgezeigt, in dem wir uns befinden: Wir müssen zwar einerseits höchstwahrscheinlich etwas tun (der anthropogene Treibhauseffekt ist prinzipiell real), aber wir sind uns andererseits dessen nicht sicher (vielleicht sind ja doch auch weiterhin natürliche Einflüsse dominant), und wir wissen vor allem nicht, was und wie wir es tun sollen (welches Vorgehen ist am effektivsten? Wie können wir beim nächsten Mal ein Scheitern wie in Kopenhagen verhindern?). Es wird begründet, warum berechtigte Hoffnungen bestehen, in einigen Jahren mehr Klarheit zu diesen Fragen zu haben. Andererseits sind die Folgen der prognostizierten Klimaänderungen – wenn sie denn tatsächlich kommen – so groß und erfolgreiches Gegensteuern dauert auf jeden Fall so lange, dass wir nicht einfach tatenlos weitermachen können wie bisher. Aber angesichts der mannigfachen Unsicherheiten sollten wir bis zur näheren (vor allem quantitativen!) Klärung der verschiedenen Fragestellungen zunächst nur solche Maßnahmen ergreifen, die auch aus anderen Gründen sinnvoll sind und die nicht zu viel Geld kosten (sgn. „No-Regret-Maßnahmen“), schließlich ist das Klimaproblem nicht das einzige, das wir zu lösen haben. Vor- und Nachteile einer Beschränkung zunächst auf „No-Regret-Maßnahmen“ werden in der Langfassung diskutiert.

Um zur Langfassung zu kommen, klicken Sie hier (pdf, rd. 90 kB).

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, rd. 90 kB). Dieser Beitrag wurde am 4. Februar 2010 veröffentlicht.

Siehe auch

Für weitere Informationen zu Klima, Klimagefahren und Umwelt siehe auch folgende Energie-Fakten Beiträge:

Ein kostenfreies Programm zur Darstellung und zum Ausdruck von pdf-Dateien und zusätzlichem Browser Plug-In zur On-Line-Darstellung in Ihrem Browser erhalten Sie zum Beispiel unter folgenden Adressen:

Adobe Deutschland

Adobe International

Jemandem diese Seite per Email empfehlen.

Hier können Sie gratis unseren Newsletter bestellen und sich über neue Antworten auf unserer Webseite informieren lassen.