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Veröffentlicht: 6. März 2003.

Was kostet die Stromkunden die Förderung von regenerativen Energien und von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen?

Von Eberhard Wagner
(
Eberhard.Wagner@energie-fakten.de, )

KurzfassungWagner

Die Politik stellt die Nutzung regenerativer Energien und die gemeinsame, zeitgleiche Erzeugung von Strom und Wärme in sog. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in den großen Rahmen von Umweltschutz und Ressourcenschonung. Insbesondere verfolgt sie dabei das Ziel der Verminderung der Kohlendioxid(CO2)-Emissionen.

Regenerative Energien

Seit etwa zwei Jahrzehnten wird deshalb angestrebt, die Stromerzeugung zunehmend auf regenerativen Energien aufzubauen. Diese Art der Stromerzeugung hat – mit wenigen Ausnahmen– den Nachteil der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit. Sie wurde deshalb anfänglich (seit 1974) direkt und vielfältig vom Staat gefördert. Das Stromeinspeisungsgesetz von 1991 verlagerte die finanzielle Förderung dieser Anlagen auf die Stromverbraucher. Dieses Gesetz wurde 2000 durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst. Die darin festgesetzten Einspeisevergütungen sind z. B. bei Windstrom mit 9,1 Cent je Kilowattstunde (kWh) etwa vier mal so hoch wie die Erzeugungskosten für Strom aus herkömmlichen Anlagen (etwa 1,5 bis 4 Cent je kWh), bei Solarstrom mit 50,6 Cent je kWh sogar rund 20 mal so hoch.

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen

KWK-Anlagen, vor allem im Bereich der Müllverbrennung, werden seit etwa 1900 von Versorgungsunternehmen betrieben. Durch die mit dem neuen Energierecht (1998) eingeleitete Liberalisierung des Strommarktes sind bei diesen Anlagen häufig Wettbewerbsprobleme zu Tage getreten. Im Jahre 2000 wurde deshalb ein erstes Fördergesetz für KWK-Anlagen (KWK-Vorschaltgesetz) erlassen. 2002 wurde es durch das KWK-Ausbaugesetz ersetzt. Auch dieses Gesetz belastet die Stromverbraucher durch einen gesetzlichen Vergütungszuschlag mit den Mehrkosten.

Finanzielle Belastung der Stromkunden

Zu den von den Versorgungsunternehmen an die Stromkunden weitergegebenen Kosten zählen aber nicht nur die überhöhten, gesetzlich festgelegten Einspeisevergütungen, sondern auch weitere unvermeidbare Kosten, insbesondere für den notwendigen Netzausbau (für Windstrom-Übertragungen aus Norddeutschland), den zusätzlichen Bedarf an Regelleistung zum Ausgleich der unsteten Einspeisung von Wind- und Solaranlagen sowie für den mit dem regionalen Ausgleich der Vergütungs- und Zuschlagszahlungen verbundenen erheblichen Verwaltungsaufwand.

Für das Jahr 2002 ergab sich ein die Verbraucher belastender direkter Subventionsbetrag für das EEG von 1,8 Mrd. Euro (die gesamten Vergütungszahlungen betrugen 2,2 Mrd. Euro), mit den weiteren Kosten waren es 2,6 Mrd. Euro, und für das KWK-Ausbaugesetz (Zuschlagszahlungen) von 0,7 Mrd. Euro, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Die gesamte Belastung durch diese Gesetze belief sich auf etwa 3,3 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Dieser Betrag ist etwa halb so gross gewesen wie die gesamten Brennstoffkosten der Kraftwerke der allgemeinen Versorgung.

Die Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushaltes (drei Personen) erhöhte sich dadurch monatlich mindestens um rd. 2,35 Euro auf rd. 45 Euro. Der Preis für jede Kilowattstunde (kWh) wurde mit gut ein Cent je kWh belastet (inkl. Mehrwertsteuer).

Näheres ist der Langfassung zu entnehmen.

Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als pdf downloaden (pdf, 32 kB). Dieser Beitrag wurde am 6. März 2003 veröffentlicht.

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