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 Veröffentlicht: 3. Dezember 2001, aktualisiert 30. August 2011; zuletzt durchgesehen, ohne Aktualiiserung: 15. Juni '12

Was ist von den Medienberichten über erhöhte Krebsraten in der Umgebung von Kernkraftwerken zu halten?

Redaktion [Klaus Theißing]
(Von Klaus Theißing, , Klaus.Theissing@Energie-Fakten.de;
Büro für techn.-wiss. Kommunikation
, Münster, Klaus Theißing bei Google+)

TheißingDie Bundesregierung schließt Krankheitsrisiko durch Betrieb kerntechnischer Anlagen aus.

Die Bundesregierung hält die von kerntechnischen Anlagen ausgehenden Strahlenbelastungen für derart gering, daß davon keine Beiträge zur Entstehung von Krankheiten ausgingen. Die Werte entsprächen einem Hundertsel bis einem einem Tausendstel der natürlichen Strahlenexposition.

Die Bundesregierung widerspricht damit in einer Kleinen Anfrage der PDS aufgegriffenen Behauptungen des Münchner Umweltinstituts, in der Nähe kerntechnischer Anlagen käme es zu erhöhtem Auftreten von Krebserkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren. In ihrer Einschätzung folgt die Bundesregierung den Forschungsergebnissen des Kinderkrebsregisters in Mainz.
(Quelle: Bundestagsdrucksache 14/6818 zu beziehen über www.bundestag.de)

Stellungnahme des Deutschen Kinderkrebsregisters

Immer wieder werden in verschiedenen Zeitungen Untersuchungsergebnisse des Herrn Dr. Körblein veröffentlicht, bei denen er sich auf Daten des Deutschen Kinderkrebsregisters (Institut für Medizinische Statistik, IMSD) bezieht. Nach seinen [Körbleins] Aussagen zeigen diese Daten statistisch auffällige Ergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen im Kindesalter und kerntechnischen Anlagen angeblich belegen. Die Stellungnahme des Kinderkrebsregisters zeigt, warum diese Schlussfolgerungen nicht gezogen werden dürfen, und wo die Problematik bei dem von Herrn Dr. Körblein gewählten Vorgehen liegt.

Diese Antwort entstand auf eine Frage eines Lesers im November 2001. Eine Langfassung ist nicht geplant.

Aktualisierung 2011

In der Schweiz wurden die Ergbenisse der Canupis-Studie (Childhood Cancer and Nuclear Power Plants in Switzerland) im August 2011 veröffentlicht. Einer Veröffentlichung des Nuklearforum Schweiz sind Hintergründe und Ergebnisse in dem Artikel „Kein Nachweis für mehr Kinderkrebs in der Nähe von Kernkraftwerken in der Schweiz“ zu entnehmen. [1] Ein pdf des Magazins wird einige Wochen nach der Veröffentlichung unter nuklearforum.ch veröffentlicht. (Weitere Literatur, u.a. eine Übersicht ALLER weltweit durchgeführten Kinderkrebsstudien findet sich auf Seite 7 des Bulletin) Darüber hinaus findet man weitere Informationen unter www.canupis.ch (Link zu Canupis.ch).

Quelle

  1. Kein Nachweis für mehr Kinderkrebs in der Nähe von Kernkraftwerken in der Schweiz, in Bulletin 8 2011, Seite 4-6, Nuklarforum Schweiz

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