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Ökostrom-Tarife
Was sind diese, was bewirken diese ?

Von Eberhard Wagner
(
Eberhard.Wagner@energie-fakten.de, )

KurzfassungWagner

Ökostrom-Tarife (Öko-Tarife) sollen die Verwendung von Strom aus Kraftwerken, die regenerative Energien nutzen, vergrößern. Diese Tarife haben regelmäßig höhere Preise als die Normal-Tarife. Die Preise müssen höher sein, weil die Kosten für die Stromerzeugung durch Regenerativ-Kraftwerke, mit Ausnahme älterer großer Wasserkraftwerke, generell höher sind als die Erzeugungskosten in konventionellen Kraftwerken.

Um die Öko-Tarife auch preislich attraktiv zu machen, werden diese meist aus Strom aus „billig“ und „teuer“ produzierenden Regenerativ-Kraftwerken zusammengesetzt, z. B. aus einem hohen Anteil aus (billig produzierenden) großen Wasserkraftwerken (auch aus dem Ausland) und geringeren Anteilen aus kleinen Wasser-Kraftwerken, Windkraftwerken, Biomasse-Kraftwerken, sowie meist mit sehr geringen Anteilen aus Fotovoltaik-Anlagen. Auch Strom aus Block- Heizkraftwerken (BHKW zur Strom- und Wärmeversorgung) kann dazu zählen.

Besonders hoch ist der Preis dann, wenn Strom vorwiegend aus Fotovoltaik-Anlagen angeboten würde. Ein Anbieter für Fotovoltaik-Strom z. B. bietet diesen je nach zeitlicher Bindung zwischen 51,29 und 71,81 Cent pro Kilowattstunde an.

Der Ökostrom-Mix entsteht allerdings nur aufgrund einer gedanklichen Zusammenführung der entsprechenden Anlagen. Der Preis bildet sich gemäß den Strom-Anteilen dieser Kraftwerke ebenso rein rechnerisch (kalkulatorisch).

Die Zusammensetzung des Ökostrom-Mix und die ausreichende Mengenverfügbarkeit (Kilowattstunden - kWh), bezogen auf ein Jahr, werden von geeigneten Organisationen (TÜV, Greenpeace, WWF u. a.) geprüft und zertifiziert.

Die Anbieter von Öko-Tarifen einschließlich der etablierten Versorgungsunternehmen, nutzen das bestehende Stromnetz. Sie müssen dieses Netz nutzen, da der Bau von besonderen Leitungen von den infrage kommenden Kraftwerken zu den interessierten Kunden technisch-wirtschaftlich absurd wäre.

Wechselt ein Bezieher von einem Normal-Tarif in einen Öko-Tarif so wird dieser genau denselben Strom beziehen wie vorher. Plausibel wird diese Tatsache dadurch, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Ökostrom-Kunde zwischen Nachbarn wohnt, die mit Strom nach einem Normal-Tarif versorgt werden. Alle „drei“ beziehen Strom über dieselbe Leitung bzw. dasselbe Kabel. Physikalisch kann es an dieser Stelle keine unterschiedlichen Stromarten geben.

Bei der Versorgung zu unterschiedlichen Tarifen, wie auch immer diese gestaltet sind, muss man deshalb generell einen „vertraglichen“ und einen „physikalischen“ Stromfluss unterscheiden. Die Aussage, man beziehe „echten“ Ökostrom, kann deshalb in der Regel nicht den Tatsachen entsprechen.

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Hier können Sie Kurz- und Langfassung gemeinsam als PDF downloaden (PDF, 80 kB). Dieser Beitrag wurde am 24. Januar 2008 veröffentlicht.

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Siehe auch:

  • Was hat es mit dem „grünen Strom“ auf sich ?
    In den Energie-Fakten ist am 13. Sept. 2003 bereits ein Beitrag zu dem Thema Ökostrom veröffentlicht worden. Beide Beiträge ergänzen sich. Dieser Beitrag befasst sich besonders mit den Qualitätsmerkmalen des "grünen" Stroms.

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