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Energie-Fakten.de > Wo und wie können wir am meisten Öl sparen ? |
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Wo und wie können wir am meisten Öl sparen ?Von Eberhard Wagner Wir können dort am ehesten Öl sparen, wo am meisten verbraucht wird. Das Sparen kann auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Wirkung geschehen. In Deutschland werden Mineralölprodukte vor allem in drei Bereichen eingesetzt:
Energieeinsparung umfasst
Zur Erzielung nennenswerter Ergebnisse beim Ölsparen sind viele Einzelmaßnahmen notwendig. Jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass die mengenmäßig größten Verminderungspotenziale schnell umgesetzt werden. Nur die Gesamtheit solcher Aktivitäten können langfristig eine merkliche Verminderung des Ölverbrauches bewirken, es sei denn, man entschließt sich staatlicherseits zu drastischen Maßnahmen wie etwa einem Verbot bestimmter Anwendungen (Einbau neuer Ölheizungen). Ein Patent-Rezept gibt es hier ebenso wenig wie sonst im Energiesektor. Verkehr Einsparungen in diesem Bereich können durch eine Vielzahl von Maßnahmen erzielt werden. Dazu zählen insbesondere
Außerdem könnte man die Kraftstoffe auf Mineralöl-Basis oder auch die Otto- und Diesel-Motoren als solche zumindest teilweise und längerfristig ersetzen durch andere Antriebsarten für PKW, LKW und Busse. Im Einzelnen können das sein:
Alle diese Alternativen werden in den nächsten Jahrzehnten die Kraftstoffe auf Mineralöl-Basis nicht auf breiter Front ersetzen, sondern nur allmählich ergänzen können. Heizung Der Einsatz von Heizöl zur Gebäudeheizung (einschließlich Warmwasserbereitung im Haushalt) kann u. a. verringert werden durch:
Ein großes Spar-Potential ergäbe sich, wenn Öl langfristig ganz aus dem Heizungsmarkt genommen werden würde. Das hieße allerdings, Ölheizungen in Zukunft nicht mehr zuzulassen und die vorhandenen innerhalb einer angemessenen Übergangsfrist umzurüsten (Alternativen sind in Gestalt von Erdgas, Nahwärme auf Geothermie-Basis und elektrischen Wärmepumpen grundsätzlich verfügbar). Wie der Chemiker Dimitri Mendeleew, von dem das Periodische System der Elemente stammt, schon vor 120 Jahren festgestellt hat, ist Erdöl viel zu kostbar zum Verbrennen. Das gilt auch und erst recht für Kraftwerkskessel in der Elektrizitätswirtschaft und in der Industrie. Für die Deckung des Warmwasserbedarfs kommen zusätzlich dezentrale elektrische Systeme in den einzelnen Räumen - unter der Voraussetzung des Nichteinsatzes von Öl und Erdgas bei der Stromerzeugung - in Betracht, bes. auch in Kombination mit Solar-Kollektoren. Für den sog. Prozesswärmebedarf in Industrie und Gewerbe (Wärme mit hoher Temperatur: 60 °C und höher) kann Heizöl besonders durch ausgekoppelte Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ersetzt werden. Chemie-Rohstoff In der Chemie-Industrie wird Öl (und Erdgas) als Rohstoff zur Herstellung vor allem von Kunststoffen verwandt. Das geschieht aus Kostengründen heute schon mit hoher Effizienz (Energie-Produktivität). Kunststoffe könnten in begrenztem Umfang durch Produkte aus Metallen oder Holz ersetzt werden. Kunststoffe haben durch ihre universelle und zielgenaue Zweckanpassungsfähigkeit allerdings in den letzten Jahrzehnten einen sehr großen Anwendungsbereich gefunden. Eine bedeutsame Ölsubstituierung ist deshalb in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Internationale Aspekte Die Globalisierung der Wirtschaftsaktivitäten führt zu einem erheblichen Zuwachs der Transportströme und steht insoweit dem Öl-Einsparungsziel entgegen. Andererseits bewirkt die weltweite Arbeitsteilung längerfristig auch einen effizienteren Energieeinsatz. Es kann nicht erwartet werden, dass aufstrebende Volkswirtschaften von sich aus Einsparungsmaßnahmen treffen werden, wenn diese das von ihnen zur Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Bevölkerung angestrebte Wachstum hemmen. Im Wesentlichen wird nur die Preisentwicklung für Öl (und Erdgas) auf den Weltmärkten Substitutionszwänge auslösen können. Immerhin könnten Kohle und Kernenergie, vorübergehend auch Erdgas, den derzeit hohen Anteil des Heizöls in der Stromerzeugung dieser Länder verringern. Zu bedenken ist dabei, dass gerade Länder mit gering entwickelter Infrastruktur in besonderer Weise auf Öl angewiesen sind. Die Entlastung der Weltölmärkte wird deshalb von den Industrienationen durch bessere Energieausnutzung und Ölsubstitution ausgehen müssen. Inwieweit Klimaschutzziele dauerhaft weltweit Akzeptanz finden und zu Öl-Einsparungen bzw. Substitutionsanstrengungen in größerem Ausmaß führen werden, erscheint derzeit unsicher. Innovation und Marktwirtschaft Insbesondere lässt sich Öl einsparen, wenn andere Energieformen zu günstigeren Preisen zur Verfügung stehen. Dann wird sich die Substitution von selbst ergeben. Hier sind Forschung und Entwicklung gefragt. Beschlüsse für ein entsprechendes breit angelegtes Entwicklungsprogramm sind z. B. auf dem G8-Gipfel in Gleneagles gefasst worden (Gleneagles Plan of Action. Climate Change, Clean Energy and Sustainable Development, London 8. 7. 2005) oder siehe U.S. Department of Energy Office of Nuclear Energy, Science and Technology (Hrsg.), The Generation IV International Forum A Unique Collaboration oder INEEL Idaho National Engineering and Environmental Laboratory (Hrsg.), Generation IV Nuclear Energy Systems Initiative. Dieser Beitrag wurde am 3. November 2005 veröffentlicht. Siehe auch:
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