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Erwiderung auf die Anmerkungen zu:
Wie viele Hochspannungsmasten können abgebaut werden, wenn der gesamte Strombedarf Deutschlands durch Windkraftanlagen gedeckt wird ?
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Für die Zuschrift des Lesers bin ich dankbar. Sie zeigt, wo meine Antwort (nicht zuletzt wegen des beschränkten Platzes) unklar oder unzureichend war. Ich will auf 7 Punkte eingehen und eine Schlussbemerkung anfügen.
- Ich bin von der realen Situation ausgegangen. Alles andere wäre spekulativ gewesen. Herr K. bezeichnet mehrere hundert Megawatt in Offshore-Windparks als "realistisch". Gut, das ist seine Bewertung. Ich warte erst einmal ab. Wenn diese Leistung tatsächlich installiert werden sollte, bin ich zu gegebener Zeit gern bereit, meine Antwort zu überprüfen und erforderlichenfalls zu überarbeiten.
- Der Leistungsbeitrag der Windenergie von 10 Prozent ist ein aus mehreren Untersuchungen entnommener optimistischer Wert. Ihm liegt eine gute Verteilung der Windenergieanlagen im Bundesgebiet zugrunde. Wenn die von Herrn K. genannte Offshore-Kapazität realisiert wird, sinkt dieser Wert tendenziell sogar.
- Woraus Herr K. abliest, ich hätte einen Zubau konventioneller Reserve-Kraftwerke suggeriert, ist mir unklar. Geschrieben habe ich nichts Derartiges. Manche Leute erwecken aber den Eindruck, wenn wir erst genügend Windenergieanlagen hätten, könnten wir einen Grossteil der konventionellen Kraftwerke (oder womöglich gar alle !) abschalten. Das stimmt nun - leider - nicht.
- Die freie Kapazität der deutschen Stromversorgung lag im Zeitpunkt der gleichzeitigen Höchstlast im Winter 2001/2002 entgegen der Behauptung von Herrn K. nicht "im zweistelligen Bereich". Sie betrug 4.600 MW. Ich habe fast den Eindruck, Herr K. hat hier den häufig festzustellenden Fehler begangen, die Höchstlast einfach von der installierten Leistung abzuziehen.
- Kern- und Braunkohlen-Kraftwerke sind für den Lastfolgebetrieb wenig geeignet. Darin stimme ich Herrn K. zu. Eingesetzt werden dafür heute im wesentlichen Steinkohlen-Kraftwerke. Wenn wir künftig in größerem Umfang trotz aller damit verbundenen Risiken Gas-Kraftwerke (GuD-Anlagen) bauen sollten, kommen selbstverständlich auch sie dafür in Betracht.
- Ich will nicht streiten, ob Hochspannungsmasten (mit den schon aus mittlerer Entfernung kaum noch sichtbaren Leiterseilen) oder Windenergieanlagenästhetischer sind. Das ist wohl letztlich Geschmackssache. Mir kam es nur darauf an, den Leser zum Nachdenken zu veranlassen, was denn gewonnen wäre, wenn ... .
- Ich stimme Herrn K. zu, dass die Windenergie niedrigere externe Kosten hat als die fossilen Brennstoffe beim Einsatz zur Stromerzeugung. Die Zahlen,über die heute (von Außenseitern wie Hohmeyer abgesehen) in der Fachwelt weitgehend Einigkeit besteht, lauten (gerundet):
Windenergie, Wasserkraft und Kernenergie jeweils zwischen 0,1 und 0,4 Cents je kWh
Erdgas 0,7 bis 1,4 / Steinkohle 1,4 bis 3,0 / Braunkohle 1,9 bis 3,8 - jeweils Cents je kWh.
Dazu verweise ich auch auf den Beitrag von Prof. Friedrich Wie hoch sind die "externen Kosten" der verschiedenen Energie-Techniken bei der Stromerzeugung ?".
- Nicht ganz klar ist mir aber, warum Herr K. dies anspricht. In meiner Antwort habe ich ja nicht bezweifelt, dass wir einen Beitrag der Windenergie zu unserem Energie-System brauchen. Jedoch verschwinden dadurch die fossil befeuerten Kraftwerke nur zu einem geringen Teil. Mein Anliegen war, die Frage des Lesers konkret zu beantworten, also aufzuzeigen, dass die Behauptung, die Hochspannungsmasten blieben uns beim Ausbau der Windenergie erspart, fasch ist.
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