28. Jan. '14: Stromspeicher - Power to Gas
Speicherung von Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen in der Erdgasinfrastruktur
28. Jan. '14: Stromspeicher - Power to Gas
Um den Anteil der erneuerbaren Energien Windkraft und Solarenergie an der Stromerzeugung zu erhöhen, ist ein umfassender Ausbau von Speichern für elektrische Energie erforderlich. Als geeignete Techniken sind im Wesentlichen Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicher und chemische Energieträger einsetzbar. Chemische Energieträger in Form von Wasserstoff und Methan könnten in Kombination mit der vorhandenen Erdgasinfrastruktur interessante Speichermöglichkeiten eröffnen.

Um die gut ausgebaute Erdgasinfrastruktur für den Transport und die Speicherung zu nutzen, könnte aus Überschussstrom Wasserstoff (H2) mit Hilfe von Elektrolyseuren erzeugt und ggfs. - zusätzlich hierzu - der gewonnene Wasserstoff mit Hilfe von Methanisierungsanlagen in Methan (CH4) umgewandelt werden (Power-to-Gas-Konzept). Diese Gase könnten daraufhin zeit- und ortsverschoben entweder wieder in Strom „zurückverwandelt“ werden, für die Wärmebereitstellung eingesetzt oder im Verkehrssektor genutzt werden.

Neue Untersuchungen des Deutschen Vereins der Gas- und Wasserfaches (DVGW) gehen davon aus, dass dem Erdgas im Mittel bis zu etwa 10 % Wasserstoff beigemischt und ins Erdgasnetz eingespeist werden könnte. Die H2-Verträglichkeit von Bauelementen im Erdgasnetz und bei Gas verbrauchenden Techniken ist dabei in den meisten Fällen gewährleistet. Die CH4-Verträglichkeit der Erdgasinfrastruktur ist ohnehin gegeben. Die spezifischen Kosten von Power-to-Gas-Konzepten hängen in starkem Maße von den jeweiligen Standortbedingungen ab. Eine Wirtschaftlichkeit lässt sich unter heutigen Kostenstrukturen auch bei optimalen Standortbedingungen nicht erreichen, ist jedoch auf lange Sicht hin nicht ausgeschlossen. 

Im Bereich Hintergrundmaterial veröffentlichen die Energie-Fakten den Beitrag von Prof. Dr. Martin Dehli.