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Führt die globale Wasserknappheit zu neuen Anforderungen an die Energieversorgung?
Veröffentlicht: 10. August 2010.

Führt die globale Wasserknappheit zu neuen Anforderungen an die Energieversorgung?

Manfred Popp
Prof. Dr. M. Popp
 
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Prof. Dr. Klaus Töpfer
Leben auf unserem Planeten –
Wasser- und Energieverbrauch
ohne Ende?

Video (2:19 Min)
 
Dr. Imme Scholz
Dr. Imme Scholz,
Stellv. Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik

Video (1:55 Min)
 
Prof. Dr. Harald Kunstmann
Prof. Dr. Harald Kunstmann,
Leiter Regionale Klimasysteme am Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie

Video (1:52 Min)
 
Von Manfred Popp (Manfred.Popp@energie-fakten.de)

Kurzfassung

Dem Thema „Wird Wasser knapper?“ war ein Debatten-Abend der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg mit dem Referenten Prof. Dr. Klaus Töpfer gewidmet.

Wasser ist für Industrie- und Schwellenländer gleichermaßen von großer Bedeutung, aber 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind wegen ungesunden Wassers. Wenn die Weltbevölkerung von heute 7 auf voraussichtlich 9 Milliarden in 2050 angewachsen sein wird, wird der Wasserverbrauch aber dem heutigen Bedarf von 12 Milliarden Menschen entsprechen, weil der Wasserverbrauch etwa doppelt so schnell wächst wie die Weltbevölkerung. Zwar besteht die Erde, wie auch der Mensch, zu 70 % aus Wasser, aber über 97 % davon bilden die Ozeane, deren Salzwasser außer für Kühlzwecke zu keiner direkten menschlichen Verwendung geeignet ist. Die Süßwasserreserven sind jedoch sehr ungleich über die Welt verteilt. Schon heute führt das globale Ungleichgewicht in der Verfügbarkeit von Wasser zu großen Migrationsbewegungen und in Zukunft könnte es vielleicht schon bald zu Kriegen um den Zugang zu sauberem Wasser kommen.

Wasser muss deshalb intelligenter genutzt werden, vor allem der Landwirtschaft, die durchschnittlich 70 % des verfügbaren Wassers eines Landes beansprucht.

In Deutschland beträgt der Wasserverbrauch ca. 127 Liter pro Person und Tag. Doch diese Zahl täuscht, weil viele importierte Produkte bereits einen „Rucksack“ des bei der Herstellung verbrauchen Wassers mit sich tragen. So sind zur „Produktion“ von 1 kg Rindfleisch etwa 15 Tonnen Wasser erforderlich. Süßwasser ist bereits zum internationalen Handelsobjekt geworden. Die Türkei hat begonnen, Wasser in Tankschiffen in andere Länder des Nahen Ostens zu exportieren. Allein mit diesem Handel lässt sich das Problem jedoch nicht lösen. Mehr und mehr Länder sind deshalb auf die Süßwasserversorgung aus Meerwasserentsalzungsanlagen angewiesen. Die bei weitem größte Kapazität er Meerwasserentsalzung wird gegenwärtig im Mittleren Osten betrieben, aber mit Malta und Spanien sind bereits zwei Mitgliedsländer der EU teilweise auf Meerwasserentsalzung angewiesen. So entsteht in vielen Regionen der Erde ein neuer Sektor des Energiebedarfs, der sich rasch durchsetzen wird. Denn Süßwasser ist ein elementares Gut, und es ist, anders als durch Energieeinsatz, nicht grundsätzlich vermehrbar. Künftige Energiekonzepte und -Technologien müssen daher verstärkt auf mögliche Konzepte zur integrierten Meerwasserentsalzung hin ausgerichtet werden.

Die künftige Klimaveränderung könnte das Wasserproblem in vielen Teilen der Welt noch verschärfen. Während die Klimamodelle weltweit in den generellen Trends übereinstimmen, sind die regionalen Wirkungen, bei denen es zu deutlichen Abweichungen von den globalen Trends und unterschiedlichen Rückwirkungen auf die Niederschläge kommen kann, noch offen. In den besonders verletzlichen Regionen sollte dennoch mit Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels begonnen werden, da Wasser von elementarer Bedeutung für die Armutsbekämpfung ist.

Weitere Informationen können Sie der Langfassung (pdf, rd. 700 kB) entnehmen.

Hier können Sie die Kurz- und Langfassung zusammen herunterladen (pdf, 700 kB). Dieser Text wurde am 10. August 2010 veröffentlicht.

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