Welche Haushaltsgeräte sind die größten Stromfresser?

Elektrischer Strom gehört zu den Grundvoraussetzungen, auf die wir in einem modernen Haushalt keinesfalls verzichten können. Längst kann und möchte niemand mehr auf diesen Komfort verzichten, aber er kommt uns teuer zu stehen. Monat für Monat und mit der Bilanz in Form der Jahresabrechnung schlägt er gewaltig in unserem Haushaltsbudget zu Buche.

Folgerichtig versuchen immer mehr Menschen, dieses teure Gut so sparsam wie möglich einzusetzen. Sie wechseln zu einem günstigeren Stromanbieter, aber dies ist nur ein Teil auf dem Weg zur Einsparung. Zwar bezahlen sie nun weniger für den verbrauchten Strom, aber sie sparen kein einziges Kilowatt ein, und damit verändern sie noch nichts, um ihren Beitrag zum insgesamt sparsamen Umgang mit wertvollen Energieressourcen zu leisten.

Vielmehr ist es fast noch wichtiger, die alten Energiefresser allmählich gegen effizientere Neuprodukte auszutauschen. Selbstverständlich ist dies jedes Mal mit einer finanziellen Investition verbunden, aber es lohnt sich, beispielsweise den Geschirrspüler, der sich längst durch diverse Macken bemerkbar macht, durch einen neuen und energieeffizienteren auszutauschen.

Die Hersteller von elektrischen Geräten sind gesetzlich verpflichtet, ihre Produkte mittels einer Einstufung in eine Energieeffizienzklasse zu kennzeichnen. Manchmal wirkt dies etwas verwirrend, aber letztlich lohnt es sich, bei einer Neuanschaffung oder beim Ersatzkauf mehrere Geräte auch hinsichtlich dieser Einstufung zu vergleichen. Sie reicht von D (schlecht) bis A+++ (hochgradig energieeffizient).

Wo lohnt es sich aber, zu beginnen, und welche Elektrogeräte sind die schlimmsten Stromfresser?

Elektrische Warmwasserbereitung

Wohl denjenigen, die ihre Warmwasserbereitung im Eigenheim über eine Therme oder einen Heizkessel umsetzen. Auch erneuerbare Energien sind eine äußerst sparsame Möglichkeit, Brauchwasser aufzuheizen. Bei all den Genannten ist es lediglich wichtig, innovative und energieeffiziente Umwälzpumpen einzusetzen, denn alte Modelle verbrauchen viel Strom.

Warmes Wasser wird aber vielfach auch mittels Boiler oder Durchlauferhitzer erzeugt. Erstere sind, hochwertig gedämmte Geräte vorausgesetzt, noch einigermaßen vertretbar. Durchlauferhitzer hingegen sind die größten Stromfresser. Abgesehen von Mini-DLH für ein Handwaschbecken haben solche Geräte einen elektrischen Anschlusswert von circa 18 bis 22 Kilowatt (kW). Angenommen, eine Kilowattstunde Strom kostet 30 Cent. Dann bedeutet dies, dass ein Durchlauferhitzer während einer Stunde Dauerbetrieb bis zu 6,60 Euro Strom verbraucht.

Studien sagen aus, dass die Warmwasserbereitung bis zu 27,7 Prozent (einschließlich veralteter Umwälzpumpen), also fast ein Drittel, des Gesamtverbrauches im Haushalt in Anspruch nimmt.

Kochen und Kühlen

Moderne Haushalte sind nahezu durchgängig mit Elektroherden, Backöfen, Mikrowellen und ähnlichen Geräten ausgestattet. Sie alle dienen der Speisenzubereitung, werden jedoch je nach Gebrauchsgewohnheiten unterschiedlich intensiv genutzt.

Der durchschnittliche Anschlusswert von Elektroherden liegt bei circa 5 kW. Das bedeutet, dass ein solches Gerät bei Benutzung aller Kochstellen und einer Stunde Dauerbetrieb bei fiktiven 30 Cent pro Kilowattstunde bis zu 1,50 € Strom verbraucht. Hier besteht der Einspareffekt im Modellvergleich, denn Geräte vom Markenhersteller erzielen bei gleichem Anschlusswert eine höhere Wärmeausbeute als Billiggeräte aus unbekannter Herstellung.

Kühl- und Gefrierschränke befinden sich oftmals über viele Jahre hinweg in Dauernutzung. Sie werden lediglich während des Abtauprozesses von der Steckdose getrennt und fressen, in Abhängigkeit von der eingestellten Temperatur, mindestens über 10 Stunden pro Tag Strom. Viele Tests haben nachgewiesen, dass ein neuer Kühlschrank häufig nur noch ein Drittel des Stromverbrauches im Vergleich mit einem zehn Jahre alten Modell hat.

Nehmen wir als Beispiel einen durchschnittlich großen Kühlschrank mit Gefrierfach. Das neue Modell mit der Energieeffizienzklasse A+++ verbraucht pro Jahr circa 95 kWh, während das alte Modell, auch infolge der Alterung aller Aggregate, bis 250 kWh jährlich verbrauchen kann.

Insgesamt gesehen schlägt das Kühlen mit circa 10 Prozent des Stromverbrauches im Haushalt zu Buche.

Die Beleuchtung

Allmählich gehört das Thema „Glühlampe“ der Vergangenheit an. Tatsächlich verwandelte die landläufig so bezeichnete Glühbirne bis zu 90 Prozent ihrer Leistungsaufnahme in Wärme und nicht in Licht. Energiesparlampen galten lange Zeit als misslungene Alternative, und sie haben sich bis heute nicht richtig etablieren können.

Das hat die LED geschafft. LED-Leuchtmittel gibt es mittlerweile mit nahezu allen Fassungsarten und haushaltüblichen Spannungen (Volt). Sie senken den Stromverbrauch, je nach Leuchtmittel um bis zu 70 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich ihre Brenndauer, ebenfalls je nach Modell, auf bis zu 25.000 Stunden. Dies rechtfertigt die wesentlich teurere Investition in LED-Leuchtmittel.

Es ist aber auch eine Tatsache, dass billige LED-Leuchtmittel aus Fernost häufig bereits nach wenigen Brennstunden den Geist aufgeben. Grundvoraussetzung für den genannten Einspareffekt sind dementsprechend Marken-LED. Auch sie werden mehrheitlich in Fernost hergestellt. Ihre Herstellung wird jedoch vom Marken-Unternehmen überwacht und regelmäßig getestet.

Die Beleuchtung hat am Gesamtverbrauch eines Haushaltes einen Anteil von durchschnittlich 7 Prozent. Es lohnt sich also, in stromsparende LED-Leuchtmittel zu investieren.

Der Wäschetrockner

Dieses Elektrogerät im Haushalt ist umstrittener, als dies zunächst zu vermuten wäre. Zumindest besteht ein krasser Unterschied zwischen der Verwendung in einer Mietwohnung oder in einem Eigenheim. Besitzer ihrer eigenen vier Wände im Grünen haben die Möglichkeit, ihre Wäsche im Freien auf der Wäscheleine zu trocknen, was in einem Mietshaus häufig nicht möglich ist.

Trotzdem galt es lange Zeit als „modern“, die Wäsche im elektrischen Wäschetrockner zu trocknen. Vielleicht auch in Folge der derzeitigen Klimadebatte steigt jedoch die Zahl der BenutzerInnen rasant an, die ihre längst totgeglaubte Wäschespinne wieder aus dem Keller holen.

Immerhin ist der Wäschetrockner mit bis zu 7 Prozent am Stromverbrauch eines Haushaltes beteiligt. Bezüglich der Waschmaschine sind dies 5 Prozent, aber sie möchten wir angesichts ihrer Unverzichtbarkeit in einem modernen Haushalt nicht als Stromfresser bezeichnen.

Sonstige Geräte

Der allseits bekannte Ausspruch „Kleinvieh macht auch Mist“ trifft auch auf allgemeine elektrische Geräte zu. Bereits ein Fernseher kann 100 Watt Strom verbrauchen, was bei den fiktiven 30 Cent pro kWh 3 € in zehn Stunden bedeutet.

Es lohnt sich dementsprechend, bewusst mit elektrischen Geräten umzugehen und diese nur einzuschalten, wenn sie auch verwendet werden. In machen Haushalten laufen Fernseher und Hi-Fi-Geräte nahezu rund um die Uhr, und dann werden sie zum beachtlichen Stromfresser.

Derart unbedacht verwendete sonstige Geräte haben einen Anteil am Gesamtverbrauch von bis zu 15 Prozent, und das muss nicht sein.

Standby-Funktion

Es ist doch so bequem, elektrische Geräte mit direktem Steckeranschluss oder mit Steckernetzteil ständig an der Steckdose zu belassen. Was viele Menschen nicht wissen – auch wenn sie auf Standby geschaltet sind, verbrauchen sie Strom.

Besser ist es deshalb, bereits bei der Installation Steckdosen, die für solche Geräte vorgesehen sind, mit einem vorgeschalteten Ausschalter auszustatten. Bei bereits vorhandenen Steckdosen ermöglicht eine Steckerleiste mit beleuchtetem Ausschalter diese Funktion.

Ständiger Standby-Betrieb kann in einem modern ausgestatteten Haushalt bis zu 3 Prozent des Gesamtstromverbrauches ausmachen.

Fazit

In jedem Haushalt verbergen sich Stromfresser, die verzichtbar oder unverzichtbar am Stromverbrauch beteiligt sind. Beim Neu- oder Ersatzkauf lohnt es sich deshalb, nicht nur nach dem niedrigsten Preis, sondern auch nach der Einstufung in eine Energieeffizienzklasse zu entscheiden.

Aber auch das eigene energiebewusste Verhalten sorgt mit dafür, dass das eigene Haushaltsbudget nicht überstrapaziert wird. Der nützliche Zweiteffekt ist ein Beitrag für eine bessere Umwelt.

Titelbild © TobyK – Panthermedia.net

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